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Muskelmasse gleich Muskelkraft?

veröffentlicht am 1. April 2013

Wo ist der Unterschied zwischen Muskelkraft und Muskelmasse

Diese Annahme ist sicherlich sehr weit verbreitet und ist im groben auch nicht falsch. Allerdings sollte man sich nicht von großen Muskelbergen blenden oder von mageren Muskeln täuschen lassen. Schauen wir uns zum Beispiel einen Profi-Powerlifter und einen Profi-Bodybuilder an. Die Kraftwerte des Powerlifters gehen weit über die des Bodybuilders hinaus. Und das obwohl der Powerlifter noch nicht einmal im Ansatz über die Muskelmasse verfügt.

Muskelmasse ist nicht gleich Muskelmasse – Der Powerlifter

Dafür betrachten wir die Art des Trainings und später auch die Ernährung.
Der Powerlifter trainiert nie bis zum absoluten Muskelversagen. Wenn 7 Wiederholungen möglich wären, vollführt er nur 5. Dadurch wird das Zentralnervensystem nicht überlastet und die Muskeln können über die komplette Trainingseinheit hinweg mit ganzer Explosivität arbeiten. Der Trainingskern besteht aus Tempo, Technik und Kraft. Sprich es finden im Training viele Schnellkraft und spezielle Plyometrieübungen statt. Die Technik der jeweiligen Übung wird bis zum Äussersten geübt, wodurch kein quäntchen Kraft durch unnötige Ausgleichsbewegungen verloren geht. Und es wird selten bis über einen Wiederholungsbereich von 7 hinausgegangen. Das, was die Powerlifter auf gar keinen Fall wollen ist der Pump. Dieser blockiert eher, als das er hilft, um maximale Lasten bewegen zu können.

Und beim Bodybuilder?

Für ihn ist der Pump unverzichtbar. Er stellt gewissermaßen die Grundlage dar, auf der das Training beruht. Die Kraftleistungen stehen im Hintergrund. Wer über große Muskeln und wenig Kraft verfügt hat den Vorteil, mit verhältnismäßig geringen Lasten weiter an Muskelmasse zuzulegen. Entscheidend ist und bleibt der trainingswirksame Reiz.
Zudem ist hier ein Training bis zum Muskelversagen erwünscht. Es wird mit allen erdenklichen Intensitätstechniken gearbeitet, um alles aus den Muskeln herauszuholen. Der Nachteil hier ist ein ausgebrannter Muskel vor möglichen schweren Sätzen. Daher der geringere Kraftaufbau.

Und die Ernährung?

Powerlifter brauchen Treibstoff, sprich sie verzehren nicht nur mageres Fleisch und Reis ohne Soße, sondern sie stopfen sich Steaks, Pfannkuchen, Erdnussbutter, Haferflocken – sprich alles rein, was mehr Kraft bringt. Der größte Unterschied liegt aber an dem Fett. Während Bodybuilder nur ein- und mehrfach- ungesättigte Fette konsumieren, sind für den Kraftathleten auch gesettigte wichtig. Fette sind entscheidend für den Gelenkschutz, welcher beim Bewältigen schwerer Lasten sehr wichtig ist. Zudem lassen sie den Testosteronspiegel ansteigen, was mehr Kraft bringt(der Bodybuilder muss während der Diät seine Fettaufnahme strikt im Auge haben)

Fazit

Klar gibt es auch Ausnahmen wie Ronny Coleman zum Beispiel, der über enorme Kraft und Muskelmasse verfügt. Allerdings war dieser Mann schon immer stark und hat auch vor seiner Karriere mit Powerlifting begonnen. Sprich bei ihm war die Messlatte so hoch, dass er mit übertriebenen Gewichten arbeiten musste, um überhaupt noch seine Muskeln zu stimulieren.
Seid euch von vornherein im Klaren, was ihr wollt. Kraft oder Muskelaufbau. Sie laufen zwar teilweise parallel, aber wer wirklich gut werden will, sollte sich irgendwann entscheiden.

Ich selbst versuche den Spagat zwischen Kraftaufbau und Bodybuilding gepaart mit einer Menge Cardio. So wird man zwar zum guten Allrounder, aber man kann in keiner Einzeldisziplin glänzen.

Ronan Conan

Über Ronan Conan

Ich liebe Fitness, denn dies ist kein Sport, sondern eine Lebenseinstellung. Der damit verbundene Körper signalisiert Lebensfreude, Fleiß und Disziplin. Tugenden die, wie ich hoffe, niemals aussterben werden. Motto: Es gibt kein zu schweres Gewicht, nur zu wenig Kraft :-)

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