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Grenzerfahrung Sport

veröffentlicht am 27. Januar 2014

Warum Sport auch die Seele befreit

Ich bin seit Jahren Sportler. Egal ob als Bodybuilder, Läufer, Radrennfahrer oder gelegentlicher Freeclymber. Wenn durch gewisse Umstände, wie zum Beispiel eine Grippe oder einen Unfall dieser Leidenschaft nicht nachgegangen werden kann, kommt die schlechte Laune. Auf Dauer wird der größte Seelenfrieden zerstört und die Reizschwelle sinkt auf ein Minimum.

Ist das gesund oder schon eine Sportsucht?

Der Begriff Sucht ist sehr negativ behaftet,mit unkontrollierbaren Zwängen und Konsequenzen für den Alltag. Der Sport weckt unzählige Glückshormone und stellt einen Ausgleich zum Alltag dar.
In der Regel geht man runde 40 Stunden die Woche zur Arbeit und in der heutigen Zeit haben viele sogar noch einen Nebenjob, da das Geld dennoch nicht ausreicht. Früher konnte man mit einem Job, wofür kein Studium Vorraussetzung war, ein Haus abbezahlen, eine 4- köpfige Familie großziehen und 2 Mal im Jahr mit allen in den Urlaub fahren. Naja, will hier nicht abschweifen…
Durch den Sport fängt man wieder an zu leben. Diese Begeisterung , an seine eigenen Grenzen zu gehen, sich stetig zu verbessern, mit anderen gemeinsam zu schwitzen und danach zufrieden die wohlverdiente Dusche zu genießen, ist wunderbar.

Wird nicht auch der Sport irgendwann langweilig und Teil des Alltags?

Das kann passieren, wenn die Trainingsmonotonie das Ruder übernimmt. Wer im Studio an den gleichen Geräten immer die gleichen Wiederholungen bewältigt und sich nur hier und da mal ein wenig steigert, hat selber schuld und zerstört sich den Spaß an dem Sport. Im Sommer gehe ich durch lange Radtouren an meine Grenzen. Auch wenn es niemand glauben kann, aber nach einer Tour von z. B. Hamburg bis Soltau geht es mir so gut.. das ist wie Urlaub..die Sonne brennt und dein Kopf ist frei. Du fährst und vergißt alles um dich herum..auch alle Sorgen sind für den Moment null und nichtig. Im Winter bleibt mir dieser Spaß vergönnt.

Was tun im Winter?

Im Winter wird gelaufen. Meine persönliche Grenzerfahrung als Schönwettersportler.
Am Sonntag um 7Uhr morgens wird aufgestanden und sich dick, aber laufgerecht angezogen. Um halb 8Uhr wird die Haustür verlassen, wobei das Thermometer Minus 12 Grad anzeigt. Das Gesicht und die Fingerkuppen sind im Nu eingefroren. Drum wird sich vor Ort eine Stunde aufgewärmt. Zusammen mit Willy, meinem Trainerkollegen und Laufexperten, wird das komplette Lauf-ABC mit Dehnungen und kleinen Sprints, durchgezogen. Zum Startschuß um halb 10uhr ist der Motor heiß und der Lauf kann beginnen. Trotz der Kälte waren hunderte von Läufern am Start. Unglaublich, und das sind alles Leute, die mit Job und Familie mitten im Leben stehen. Glaube auch bei Minus 20 Grad wäre es genauso voll gewesen. Es wird einfach gelaufen, komme was wolle. Und das ist wirklich geil. Keine Ausreden, kein Gejammer, bloß ein Ziel: Ich will dabeisein und es schaffen. Die Freude am Ende ist viel größer, als im warmen Bettchen liegen geblieben zu sein und den halben Tag zu verschlafen.

Fazit

Der Sport, egal ob im Studio oder draussen, kann einem so viel geben. Man darf es nicht als Mühe oder Notwendigkeit ansehen, sondern als Gelegenheit, seiner Natur nachzukommen, und die Grenzen der überzivilisierten Gesellschaft zu durchbrechen.

Ronan Conan

Über Ronan Conan

Ich liebe Fitness, denn dies ist kein Sport, sondern eine Lebenseinstellung. Der damit verbundene Körper signalisiert Lebensfreude, Fleiß und Disziplin. Tugenden die, wie ich hoffe, niemals aussterben werden. Motto: Es gibt kein zu schweres Gewicht, nur zu wenig Kraft :-)

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