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Bodybuilding

veröffentlicht am 10. Mai 2014

Körperkult oder Körperfreak?

In der heutigen Gesellschaft ist der Begriff: „Bodybuilding“ nicht sehr beliebt. Unzählige Vorurteile sind mit ihm verknüpft und viele im Fitnessstudio wollen eher als Fitnesssportler, Athlet oder Kraftsportler bezeichnet werden. Aber woher kommt diese Angst? Selbst als ich mich vor knapp 10 Jahren bei Fitness First als Praktikant vorstellte und diesen Begriff erwähnte, gab es gleich große Augen und die Worte: Bodybuilding gibt es hier nicht..hier wird Fitness betrieben..mal ganz ehrlich, von der reinen Bedeutung her bedeutet es nichts anderes, als den Körper aufzubauen..und das wollen wir Männer alle..selbst Frauen müssen für eine langfristige Fettverbrennung an Muskelmasse zulegen, da jedes aufgebaute Kilogramm runde 100kcal extra verbrennt.

Was steckt denn nun hinter dem richtigen Bodybuilding?

Ich durfte letzten Sonntag der Bodybuilding-Meisterschaft in Berlin beiwohnen. Es war meine erste und wirklich ein Ereignis. Insgesamt waren 72 Athleten vertreten, welche in verschiedenen Kategorien und in diesen wiederum verschiedenen Gewichtsklassen gegeneinander antraten. Am Vormittag ist nur die Vorauswahl, bei der alle 7 Pflichtposen vollführt werden, damit am Abend nur die Besten auf der Bühne stehen.
Zu Beginn kommen die schönsten Frauen, welch in der Figurklasse starten..diese sehen, gegen allen Erwartungen zum Trotz, auch noch aus wie Frauen,nur viel durchtrainierter. Direkt darauf starten allerdings die Muskelfrauen, welche drastisch an Feminität eingebüßt haben, und leider dem Sport als Aushängeschild für Attraktivität und Ästhetik eher Schaden..bei den Männern wurde neben dem klassischen Bodybuilding, welche in bis 70kg, bis 80kg…bis über 100kg eingeteilt wurde, noch die sogenannte Physik-Klasse eingeführt. In dieser tummeln sich perfekt gestylte Beachboys, welche zwar auch genau so hart trainieren, wie die anderen, aber im Gegensatz dazu in einer knielangen Bermudashorts auf der Bühne stehen. Die Ästhetik dieser Klasse ist wirklich unglaublich..ein flacher und bis ins kleinste Detail ausdefinierter Waschbrettbauch sind Pflicht, genauso wie die restlichen Körperproportionen, bis auf die Beine..dafür wurde diese Klasse auch gemacht, da nicht jeder über die genetische Veranlagung verfügt, dicke Beine zu bekommen. Ich als jahrelanger Läufer und Radfahrer kann mit den schwersten Gewichten trainieren ohne an Masse an den Beinen zuzulegen..Obendrein dürfen alle Athleten eine zuvor einstudierte Kür zu einem Song ihrer Wahl vorführen. Natürlich nur für 30 bis 60 Sekunden, je nach Größe des Teilnehmerfeldes.
Unglaublich, was da für ein Gänsehautfeeling entsteht, wenn genau im Takt die jeweiligen Posen gewechselt werden.

Und wie sieht jetzt der Unterschied im Alltag des Bodybuilders und des Fitnesssportlers aus?

Der Unterschied ist wirklich sehr groß..
Training: Ganz klares Ziel, zu welchem Zeitpunkt wieviel Körpergewicht erreicht sein muss. Zudem locker 6 und mehr Trainingseinheiten die Woche.
Ernährung: In der Afbauphase genaue Kontrolle, über einen stetigen Gewichtsanstieg mit proteinlastiger Nahrung und mehrkettigen Kohlehydraten. Viele Supplenments in Form von BCAAs, Whey und Casein, Kreatin, Multivitamine, Preworkoutboostern, Tribulus, und wer fettfrei aufbauen will auch noch Metalean..
In der Diätphase: Klassisch Reis mit Pute, viele Shakes mit Wasser, nur Wasser, gedünstetes Gemüse und natürlich wieder alle Supps..

Im Alltag: Keine Party, da der Schlaf benötigt wird, kein Alkohol, da sonst das Fett nicht weg kommt, immer warm anziehen, da die Abwehrkräfte gerade in der Diät sehr schwach sind, Posing üben, da es bei der Aufregung auf der Bühne wie das sichere Atmen sitzen muss..

Fazit

Ich kann auf alle Fälle alle verstehen, die es sich nicht zutrauen, so krass das Leben umzukrempeln..auf der anderen Seite habe ich großen Respekt vor allen, die es dennoch schaffen..gerade in Freundeskreisen, in denen viel Bier getrunken und ungesund gegessen wird. Auch wenn leider viele Schummeln und sich anabole Steroide in die Bauchdecke spritzen oder sonst wie verabreichen, kann auf natürliche Weise schon ein erstaunlicher Körper aufgebaut werden, wenn man sich an alle Regeln des Trainers hält. Ich selbst versuche auch gerade diesen Weg zu gehen und merke, wie es mir zwar viel Spaß bringt, aber auch schon das ein oder andere gesellige Ereignis vermießt.

Ronan Conan

Über Ronan Conan

Ich liebe Fitness, denn dies ist kein Sport, sondern eine Lebenseinstellung. Der damit verbundene Körper signalisiert Lebensfreude, Fleiß und Disziplin. Tugenden die, wie ich hoffe, niemals aussterben werden. Motto: Es gibt kein zu schweres Gewicht, nur zu wenig Kraft :-)

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